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Drei Geiger für Grappelli
von Hans Happel


Die „Gipsy Jazz Connexion“ hat wieder zugeschlagen und mit ihrer CD „Celebrating Grappelli“ die ultimative Swing-Produktion zum Jahresende vorgelegt. Der Gitarrist Jörg Seidel ist mit der Musik von Django Rheinhardt und Stephane Grappelli aufgewachsen.

In seiner Geburtsstadt Bremerhaven lebten musizierende Sinti gleich um die Ecke. Sie haben ihm schon als Kind den „Gipsy-Swing“ beigebracht. Für seine Hommage an den großen Pariser Jazz-Geiger (1908 – 1997) hat er sein Ensemble um zwei Violinisten erweitert. Neben dem bewährten Virtuosen der Swing-Violine Hajo Hoffmann treten die Geiger Jörg Widmoser und Max Grosch auf. Das gibt dem Sound noch mehr Wärme und Weichheit, aber keine Süffigkeit.

Gemeinsam mit der Rhythmusgruppe – Jean-Louis Rassinfosse (Bass) und Ottorino Freier (Drums) – schrummeln die sechs Herren so ausgelassen und entspannt, dass die Standards des Sinti-Swing von „Honeysuckle Rose“ bis „I got Rhythm“ mit einem zarten nostalgischen Schleier überzogen werden, um dabei zugleich stets frisch und lebendig zu bleiben. Jörg Seidels Jazz Connexion gelingt es erneut die Klassiker zu vitalisieren:

Zwar sind die Formen konventionell, das musikalische Gerüst dieser Swing-Titel wird keineswegs in Frage gestellt oder etwa gesprengt. Stattdessen wird unangestrengt, leicht und locker, mit einer Prise Ironie und hörbar großer Lust gemeinsam musiziert.

Drei Geiger für Grappelli – eine ungewöhnliche Idee und acht feine, stimmige Nummern, die aufs Schönste dargeboten werden.

 

 

© Hans Happel, 25.01.2009